Geldbotschaften

Finanzwissen ist nicht gleich Finanzkompetenz

Für einen klugen Umgang mit Geld ist es ungemein hilfreich, die eigene Geldgeschichte zu kennen.

 

Wenn Sie Ihre eigene Geldbiografie verstehen, halten Sie einen Schlüssel für Ihre Geldgesundheit und viele andere Lebensbereiche in der Hand. Nutzen Sie ihn!

Wie steht es um Ihr Money Mindset?

Was ist ein guter Umgang mit Geld für Sie persönlich? Wie gut kennen Sie Ihre eigenen Werte, Einstellungen und Glaubenssätze zum Thema Geld und Finanzen? Viele machen sich erst spät im Leben bewusst, auf welche Weise Geldbotschaften innerhalb des Familiensystems weitergereicht wurden und werden.

 

Dies mitunter auch, ohne darüber zu sprechen – und gerade dann! Der familiäre Weitergabeprozess von Geldbotschaften ist ein spannendes Untersuchungsfeld. Egal ob offen ausgesprochen, implizit übermittelt oder ambivalent vermittelt, Geldbotschaften sind eine wirkmächtige Komponente unseres eigenen Umgangs mit Geld.

„Denn Geldbotschaften werden zu Glaubenssätzen, die unser Verhalten steuern.“

Manchmal werde ich gefragt, die eigene Geldbiografie, das ist doch etwas, das man erst im Nachhinein erkennt? Ja und nein, denn unser Handeln schafft immer neue Realitäten, und der Status quo ist nichts Zementiertes. Wer bereits mit Anfang zwanzig das Hamsterrad hinterfragt und richtig investieren lernt, wird mit fünfzig anders dastehen als ein Spätzünder.

Wie gut kennen Sie Ihren persönlichen Umgang mit Geld?

Die einen halten ihr Geld lieber zurück, die anderen sind eher freigiebig und natürlich gibt es Zwischenbereiche. Außerdem müssen sich die Geldpole Sparsamkeit und Großzügigkeit nicht ausschließen, wie ich in meiner Studie zum Umgang mit Geld anhand der adaptiven Geldpraxis gezeigt habe. Und last but not least gelten für unternehmerisch geprägte Geldpraxen noch einmal andere Regeln.

 

Es kann befreiend sein, einmal einen Blick auf die Gegenseite des eigenen Umgangs mit Geld zu werfen und neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Für manche ist dies allerdings leichter gesagt als getan. Ein sehr sparsamer Mensch wird nicht von heute auf morgen die Großzügigkeit in Person und wer den Glaubenssatz das Geld muss fließen verinnerlicht hat, dem kann es sehr schwerfallen, Geld für die eigene Vorsorge beiseite zu legen. Oft bleibt dafür schlicht einfach nichts übrig.

 

Wichtig ist, dass das eigene Handeln nicht automatisiert abläuft, sondern dass Sie sich die Zeit nehmen, eine an sich banal erscheinende Alltagshandlung zu hinterfragen. Sich selbst beim eigenen Umgang mit Geld zu beobachten und auf die Schliche zu kommen, ist eine erhellende Angelegenheit.

Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrem Umgang mit Geld?

Das Thema Geld ist in Deutschland immer noch tabuisiert. Die gute Nachricht ist, dass sich immer mehr Menschen auf den Weg machen, um offen darüber zu sprechen und sich auszutauschen. Auch, um mehr über ihr Finanzverhalten oder die eigene Geldbiografie zu erfahren.

 

Es entstehen neue Finanzblogs, es mehren sich Angebote der Finanzbildung und des Geldcoachings und es wurde ein Entgelt­transparenzgesetz auf den Weg gebracht. Gut so, let's talk about money, denn gerade in der Entgeltgleichstellung hinken wir dem OECD Durchschnitt hinterher.

 

Die Einsicht in die persönliche Geldbiografie wird von vielen als Augenöffner bezeichnet. Eine bewusste Auseinandersetzung mit Ihrer persönlichen Geld- und Lebensgeschichte hilft Ihnen dabei, Ihre Beziehung zu Geld und Ihr Money-Mindset besser kennenzulernen. Hier geht es um Ihre persönlichen Werte in Bezug auf Geld und Finanzen und um Ihre monetären Handlungsmuster.

 

Stellen Sie sich doch einmal die Frage, wie Sie zu Investitionen stehen, z.B. in die eigene Bildung. Sehen Sie diese als Kosten und Ausgabe oder als Investition in die eigene Zukunft?

 

Gefällt Ihnen Ihre Einstellung zum Sparen und wie definieren Sie Ihr Risikoverhalten? Beschleicht Sie ein eher mulmiges Gefühl, etwa wenn Sie an Ihre Altersversorgung denken?

Wie die Lebensgeschichte den Umgang mit Geld prägt

Wir alle wachsen mit Familienbotschaften zum Thema Geld auf. Sie werden auf vielfältige Art und Weise weitergegeben: 

  • eindeutig
  • widersprüchlich
  • changierend
  • ausgesprochen
  • verdeckt

 

Ich habe diese Geldbotschaften erforscht und nach biografischen Mustern gesucht, auf denen der Umgang mit Geld im Alltag beruht.

 

Die familiäre Weitergabe von monetären Werthaltungen steht uns meist nicht klar und transparent vor Augen, sondern wird erst durch die Aufarbeitung von Verhaltsweisen und Werten ins Bewusstsein gehoben.

 

Diese Reflexion der eigenen biografischen Vergangenheit wird auch biografische Arbeit bzw. kurz Biografiearbeit genannt.

Die meisten Lebensentscheidungen haben mehr oder weniger auch Auswirkungen auf unsere Finanzen. Und umgekehrt können Sie mit Hilfe kluger Finanzentscheidungen Weichen neu stellen. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Geldbiografie, sie ist ein spannender Schlüssel zur Erkenntnis! Stärken Sie Ihre Finanzfitness und entwickeln Sie auch beim Geld Ihren eigenen, persönlichen Stil.

„Der Einblick in die eigene Geldgeschichte ist für viele der Wendepunkt zu einem bewussten und erfolgreichen Umgang mit Geld und Finanzdienstleistungen.“

Meine Ergebnisse zur Wirkungsweise zwischen Geld und Lebensgeschichte finden Sie als Buch bei Campus und als Aufsatz bei Leske und Budrich. Einen tieferen Einblick in die Biografiearbeit und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Bildungsarbeit, Beratungspraxis und im Coaching gebe ich Ihnen im nächsten Blogartikel.

 

Interessieren Sie sich für die Lebens- und Geldgeschichten meiner Interviewpartnerinnen und Interviewpartner? Möchten Sie mehr über Geldbotschaften und Glaubensätze erfahren? Dann folgen Sie mir doch auf Instagram, dort stelle ich meine Informant*innen gerade nach und nach vor.

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