Auch wenn ich manchmal denke, es sei längst alles gesagt, war es mir wichtig, die Wechselwirkungen der Gender Gaps und die Opportunitätskosten von Mutterschaft offenzulegen. Mein Anliegen ist es, Frauen vor strukturellen Fehlanreizen zu schützen und sie zu wappnen, finanziell selbstbestimmt zu bleiben. Gerade, wenn sie Mütter werden oder Angehörige pflegen.
»Das Buch funktioniert wie eine gute Freundin«, dieses schöne Kompliment machte Dr. Kathrin S. Kürzinger von der Evangelischen Akademie im Rheinland bei einer Buchbesprechung. »Auf Kosten der Mütter« ist ein Wegweiser zu finanzieller Stärke und ein Ratgeber, der Frauen ermutigt, das Thema Geld aktiv anzugehen.
Viele Frauen wissen nicht, welche finanziellen Fallstricke in Partnerschaft, Job oder Steuerrecht lauern. Deshalb ist es entscheidend, früh über Geld zu sprechen und sich über die eigenen Rechte und Möglichkeiten zu informieren.
Typische Risiken sind u.a.
Mutterschaft darf kein Klumpenrisiko für die eigene finanzielle Zukunft sein. Finanzielle Selbstbestimmung beginnt mit der eigenen Geldbiografie. Wer frühzeitig Rücklagen bildet und den Vermögensaufbau plant, kann auch mit kleinen Beträgen langfristig finanzielle Sicherheit schaffen. Deshalb kommen die Geldbiografie und praktische Tipps zur Geldanlage im Buch nicht zu kurz.
Bei der Deutschen Börse habe ich meine Perspektiven zur finanziellen Gleichstellung von Müttern geteilt. Im Austausch ging es um Care-Arbeit und Vermögensaufbau, hier der Link zum You-Tube Video.
Die Fakten zur Verteilung der Care-Arbeit sind wenig ermutigend. Zwar übernehmen Männer zunehmend ihren Anteil, doch weiterhin schultern vor allem Frauen die Krisen der Care-Arbeit: Frauen im Gesundheitswesen, die sich aufreiben und ihre eigene Gesundheit gefährden, Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, die um ihre Existenz kämpfen, Frauen, die häuslicher und finanzieller Gewalt ausgesetzt sind.
Unter diesen Voraussetzungen ist es kaum verwunderlich, dass der Geburtenrückgang anhält. Die Geburtenziffer liegt bei 1,35 Kindern je Frau (Statistisches Bundesamt 2024). In sozialen Netzwerken haben wir uns bereits im Jahr zuvor dazu ausgetauscht:
Familien tragen die Folgen struktureller Schieflagen. Nathalie Klüver beschreibt diese Entwicklungen eindrücklich in ihrem Buch Deutschland, ein kinderfeindliches Land? (Kösel).
Krisen verstärken Ungleichheiten
Kinderbetreuungsengpässe und Pflegekrisen erschweren die Vereinbarkeit erneut. In unserem Podcast zum Equal Care Day habe ich mit der Oberstudienrätin und Kreisrätin Maili Wagner und Franziska Böhler, thefabulousfranzi über die Krise der bezahlten und unbezahlten Care-Arbeit gesprochen. Die Probleme sind tiefgreifend. Ihre Ursachen liegen insbesondere in der fehlenden ökonomischen Anerkennung von Sorgearbeit.
»Die Krisen in der Kinderbetreuung und im Pflegesektor wirken unmittelbar in die Familien zurück und führen zu einer großen Belastungssituation.«
Deswegen sollten wir die Frage, »Was ist uns welche Arbeit wert?« immer wieder in den Diskurs geben. »Dass betriebswirtschaftliche Prinzipien nicht unmittelbar auf Versorgungsbeziehungen angewendet werden können, zeigt sich im Gesundheitswesen deutlich. Die Kosten privater Care-Arbeit werden zulasten der ökonomischen Situation von Frauen und Kindern externalisiert. Diese Kosten müssen wir beziffern, die erwerbsarbeitszentrierte Familienpolitik hinterfragen, eine Care-Abgabe der Unternehmen diskutieren und strukturelle Ausbeutung von Müttern und Familien als solche benennen.« (Auf Kosten der Mütter, S. 210).
Geldbiografie und Carebiografie zusammendenken
Du hast das Recht auf eine Carebiografie, ohne deine wirtschaftliche Existenz zu gefährden. Finanzielle Selbstbestimmung ist kein Widerspruch zu Fürsorge, sondern ihre Voraussetzung. Kleine Schritte machen den Unterschied:
Wir brauchen keine „rosa Finanzen“, sondern ein positives Geldbewusstsein und solide finanzielle Bildung. Darüber schreibe ich in meinem Buch. Es zeigt, wie gesunde Finanzen strukturiert sind und was jede Frau konkret tun kann, um finanziell selbstbestimmt zu leben.
Die Börse ist kein Buch mit sieben Siegeln und es gibt kein Geheimwissen rund um Geldanlage. Fünf häufige Fallen in Bezug auf finanzielle Eigenverantwortung habe ich in einem Blogartikel bei Stadt-Land-Mama
beschrieben. Konkrete
Tipps zur Vermögensplanung findest du auch hier auf dem Blog.
Lebenswege sind selten geradlinig, erst recht nicht, wenn mehrere Diskriminierungsformen zusammenwirken. Intersektionalität macht sichtbar, dass Mütter mit Behinderungen, aus benachteiligten sozialen Lagen oder mit nichtbinären Identitäten besonderen Hürden begegnen. Weichen Familienformen von der Norm ab, fehlen häufig passende Unterstützungsangebote.
Die unbezahlte Sorgearbeit hat einen geschätzen Wert von 11 Billionen US-Dollar jährlich (Oxfam). Dieses Geld fehlt auf den Konten derjenigen, die sie leisten und vor allem in ihrer Altersvorsorge.
Deshalb: Setzt einen Haken dran und nehmt eure Geldbiografie in die Hand!
Wir unterstützen Frauen dabei, ihre Finanzen zur biografischen Stärke zu machen!
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