100 Jahre Frauenwahlrecht

Wieviel Wahlrecht und (finanzielle) Selbstbestimmung haben Frauen heute?

 

Dieser Frage bin ich auf Einladung der Frauen-Union in meinem Vortrag nachgegangen. Wir sind auf dem Weg in eine gerechtere Zukunft, in der die Aufgaben für Erziehung, Haushalt und Pflege immer öfter gemeinschaftlich verteilt werden. Aber auch die Unternehmen müssen sich weiter bewegen.

 

In der Podiumsdiskussion mit Judith Gerlach, Mitglied des bayer. Landtages, tauschten wir uns offen über eigene Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Die historische Herleitung der politischen Partizipation von Frauen durch Andrea Lindholz, Mitglied des Deutschen Bundestages, zeigte, dass Frauen heute die besten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und finanziell unabhängiges Leben haben.

 

Wir möchten Frauen ermutigen, den gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten und auch mehr politische Verantwortung zu übernehmen!

Save the Date

 

100 Jahre Frauenstimmrecht am 12. November 2018

 

Weitere Informationen zum Jubiläum, zur begleitenden Kampagne des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der EAF Berlin sowie eine bundesweite Aktionslandkarte finden Sie hier.

 

 

Jubiläumsveranstaltung in der Stadthalle Aschaffenburg

 

70 Komikerinnen, 15 Städte, 100 % Lachkraft. Kabarettistisch, feminin und derbe divenhaft geht es bei „Nachgelacht“ zu. Die Sisters of Comedy zeigen am 12. November bundesweit alle Facetten des Frau-Seins. Eine Show für Mann und Frau und alles dazwischen.

 

Auch das Aschaffenburger Frauenhearing wird vertreten sein und wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen. Sprechen Sie mich an!

Bleiben Sie am Ball!

Unsere Mission ist noch nicht erfüllt: Der nächste Equal Pay Day ist am 18.03.2019

 

Lohnlücke, Vermögenslücke, Rentenlücke – in Bezug auf Geld, Karriere und Erfolg von Frauen bleibt viel zu tun! Vernetzen Sie sich mit mir und setzen Sie sich für fair und equal Pay ein!

 

 

Meine Blogbeiträge zu den letzten Equal Pay Days können Sie hier verfolgen.

 

Aschaffenburger Frauenhearing

Wir sind ein Netzwerk von Vertreterinnen verschiedener politischer Parteien, Gewerkschaften, Selbsthilfe- und Beratungsstellen für Frauen und interessierten Einzelfrauen. Besuchen Sie unsere regelmäßig ausgerichteten öffentlichen Veranstaltungen, mit denen wir zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft beitragen möchten.

Internationaler Frauentag 2018

Pressemitteilung des Aschaffenburger Frauenhearings vom März 2018

Heuer vor 100 Jahren war es soweit: Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges rief der Rat der Volksbeauftragten 1918 das allgemeine Wahlrecht für alle Frauen und Männer aus. Gerne hätten einige das Rad der Geschichte wieder zurückgedreht, doch hinter diesen Status quo gab es kein zurück.

Das Frauenhearing Aschaffenburg, ein Netzwerk von Vertreterinnen verschiedener politischer Parteien, Gewerkschaften, Selbsthilfe- und Beratungsstellen für Frauen und interessierten Einzelfrauen lud anlässlich des internationalen Frauentags 2018 die Historikerin Nadja Bennewitz ein.

 

Die Veranstalterinnen eröffneten den Vortrag unter der Leitung von Renate Oehler mit Statements zur politischen Partizipation von Frauen heute, der wirtschaftlichen Situation von Frauen, zur häuslichen und sexualisierten Gewalt und den gegenwärtigen antifeministischen Stimmen. Die Aschaffenburger Gleichstellungsbeauftragte Dr. Hiltrud Höreth warf zunächst einen Blick zurück auf die politischen Gegebenheiten in den 1980er Jahren, als die kommunalen Gleichstellungsstellen in Bayern entstanden.

 

Nadja Bennewitz begrüßte es in ihrer Einführung, dass die Veranstaltung nicht als Jubelveranstaltung zur Errungenschaft des 100-jährigen Frauenstimmrechts konzipiert wurde, sondern über aktuelle Missstände aufklärt und weiterführende Fragen aufwirft. In ihrem Vortrag gab sie einen spannenden Einblick in die emanzipatorischen Prozesse des ausklingenden 19. Jahrhunderts und der Weimarer Zeit.

 

Die Historikerin leitete verschiedene feministische Strömungen her, die schließlich am 12. November 1918 in Deutschland, in Schweden im Jahr 1921, in Großbritannien 1928, in Spanien 1932 und in Frankreich 1944 zur Einführung des Frauenstimmrechts führten. Die Schweiz war das Schlusslicht der Bewegungen und öffnete erst im Jahr 1971 ihre Wahllokale für die weibliche Bevölkerung, in einigen Kantons sogar noch später.

 

Dass sich die Einführung des Frauenwahlrechts in den europäischen Staaten zu jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten vollzog, hing stark mit gesellschaftlichen und politischen Strömungen zusammen. Den Anfang machte Finnland im Jahr 1906, es folgten Norwegen im Jahr 1913, Dänemark und Island im Jahr 1915. Die kaum entwickelten Klassengegensätze der skandinavischen Länder – allesamt homogene Gesellschaften – erleichterten es den Frauen, ihre Belange durchzusetzen. In weniger egalitären Ländern kamen bürgerliche Geschlechterrollen stärker zum Tragen und untermauerte eine strenge Dualität der Sphären Öffentlichkeit (den Männern vorbehalten) und Häuslichkeit/Privatheit (den Frauen zugeschrieben) die Grenzziehung der Geschlechter.

 

In Großbritannien schreckte die Suffragettenbewegung nicht vor gewalttätigen Auseinandersetzungen zurück. In Deutschland kam es zum Bruch der Frauenbewegung in zwei Lager: bürgerliche und proletarische Frauenbewegung kämpften separat. Das bürgerliche Lager spaltete sich weiter auf in einen radikalen und einen gemäßigten Flügel. Die Frauenrechtlerinnen machten auf unbefriedigende Zustände in der Gesellschaft aufmerksam und gründeten konspirativ Vereine. Per Gesetz und unter Androhung von Strafe war ihnen jegliche Mitarbeit in Parteien und politischen Vereinen untersagt.

 

Dennoch wurde im Jahr 1911 der erste Frauentag begangen, und Tagungen, Demonstrationen und Kundgebungen einberufen. Das Recht auf eine gleichberechtigte Mitsprache am politischen Leben hatte sich die bürgerliche und proletarische Frauenbewegung hart erkämpft, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln. Die Auseinandersetzungen besitzen bis heute erstaunliche Aktualität. Die gemäßigten Frauenrechtlerinnen forderten zunächst nur eine Beteiligung der privilegierten Frauen am Drei-Klassen-Wahlrecht, dem „Damenwahlrecht“, wie es die proletarische Kämpferin Clara Zetkin bissig nannte. Der radikale Frauenstimmrechtsverein wirkte beunruhigend auf die männliche Öffentlichkeit, in der Presse war von „hysterischen Weibern“ die Rede.


Das gute Ergebnis bei der ersten Wahl, bei der 41 Parlamentarierinnen in die Nationalversammlung einzogen, täuscht darüber hinweg, dass sich hierunter nur Frauen des gemäßigten und konservativen Flügels fanden, die nicht oder erst sehr spät das Frauenwahlrecht gefordert hatten. Sie hatten jedoch von den radikalen Kämpfen profitiert.

 

In der anschließenden Diskussionsrunde herrschte Einigkeit darüber, dass die frauen- und gleichstellungspolitischen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte keineswegs selbstverständlich waren und die Frauen hart dafür kämpfen mussten. Es wurde deutlich, dass die Forderungen an die Politik wie Entgeltgleichheit, Aufwertung von sogenannten Frauenberufen oder Familiensplitting auch weiterhin mit Nachdruck gestellt werden müssen. Darüber hinaus benötigen Frauen Freiräume und entsprechende strukturelle Bedingungen für eine politische und gesellschaftliche Partizipation.

Women's Finance

Blog